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	<title>GREY Blog &#187; Markenstrategien</title>
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		<title>Gute Werbung ist wie gute Comedy &#8211; Was Planner von Comedians lernen können</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Mar 2015 10:30:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Jonas]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wann bringt uns eine Comedynummer[1] im Fernsehen oder bei einer Livevorführung so richtig zum Lachen? Das schaffen vor allem zwei verschiedene Arten der Darbietung: Die erste ist die totale Gaga-Vorstellung à la Helge Schneider, die einfach nur „schön doof“ ist, weil sie Sinn und Verstand konsequent ignoriert. Die Folge: Wir sind verstört und fasziniert zugleich. [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p></p><p style="text-align: left;"><a href="http://blog.grey.de/wp-content/uploads/2015/03/MG_0262xx.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-18446" src="http://blog.grey.de/wp-content/uploads/2015/03/MG_0262xx-237x300.jpg" alt="_MG_0262xx" width="237" height="300" /></a>Wann bringt uns eine Comedynummer<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a> im Fernsehen oder bei einer Livevorführung so richtig zum Lachen? Das schaffen vor allem zwei verschiedene Arten der Darbietung: Die erste ist die totale Gaga-Vorstellung à la Helge Schneider, die einfach nur „schön doof“ ist, weil sie Sinn und Verstand konsequent ignoriert. Die Folge: Wir sind verstört und fasziniert zugleich. Unser Gehirn lässt einfach mal fünfe gerade sein und schwelgt in einem raschen Endorphinrausch, der leider ebenso schnell wieder verfliegt. Was bleibt, sind verspannte Gesichts- und Bauchmuskeln. Ein herrliches Gefühl.</p>
<p style="text-align: left;">Deutlich nachhaltiger ist eine zweite Art der Vorstellung: eine Nummer, die uns berührt, die uns aufrüttelt und uns bei einer unserer allzu menschlichen Verhaltensauffälligkeiten förmlich ertappt. Oft sind das Dinge, die wir sofort wiedererkennen, weil wir sie schon Hunderte Mal selbst erlebt haben. Manchmal sind es subtilere Dinge, über die wir vielleicht noch nie bewusst nachgedacht haben, bei denen wir aber sofort wissen, dass sie stimmen. In beiden Fällen flackern in Sekundenbruchteilen Millionen von Synapsen auf und erzeugen eine emotionale Reaktion, die uns auch Stunden und Tage nach der Vorstellung nicht loslässt. Woran liegt das?</p>
<p style="text-align: left;"><span style="font-size: 14pt;"> <strong>Werbung ist eigentlich ein guter Witz </strong></span></p>
<p style="text-align: left;"> „It&#8217;s funny &#8217;cause it&#8217;s true“, sagte einst Homer Simpson in einer Episode der Fernsehserie „Die Simpsons“ Anfang der 90er. Dieses Prinzip gilt für gute Comedy genauso wie für herausragende Werbung. Vereinfacht dargestellt unterscheidet sich die Struktur von guter Werbung oft kaum von der eines gepflegten Witzes: Eine vertraute Situation nimmt eine unvorhergesehene Wendung, was eine emotionale Reaktion hervorruft. Für das eigentliche Aha-Moment ist aber nicht nur die plötzliche Zuspitzung (= Pointe) verantwortlich, sondern eben das Zusammenspiel und der Kontrast von Vertrautem und Überraschendem, was zu einer beabsichtigten, jedoch meist unerwarteten Erkenntnis führt. Beim guten Witz wird diese meist von einem Lachen begleitet, bei Werbung können es auch andere Reaktionen sein.</p>
<p style="text-align: left;">Neben dieser strukturellen Ähnlichkeit gibt es weitere Parallelen, die den Vergleich von Werbung und Comedy nahelegen: Beide sind natürlich Formen der zwischenmenschlichen Kommunikation und richten sich an ein Publikum. Beide bedienen sich thematisch des Menschen und seiner Eigenarten. Beide haben (im besten Falle) einen klaren Standpunkt und ergreifen Partei. Beide können aufklären, schockieren, kommentieren oder aber unterhalten. Beide zielen darauf ab, eine möglichst unmittelbare Reaktion zu bekommen. Beide haben das Potenzial, die öffentliche Meinung mitzuprägen, und können zu einem Teil der Popkultur werden.</p>
<p style="text-align: left;"><strong><span style="font-size: 14pt;">Emotionale Resonanz begünstigt Relevanz</span> </strong></p>
<p style="text-align: left;">Während der Comedian seine Bestätigung im Applaus des Publikums findet, ist das erklärte Ziel werbender Marken in der Regel das Schaffen von Relevanz, die schlussendlich in Kaufinteresse und Kauf mündet. Im Zeitalter von Social Media lautet die gängige Überzeugung im Kreise der Werber momentan: Relevant ist, wer interessant ist. Aber interessant ist alles und nichts. Eine Comedyvorstellung schaut sich jedenfalls niemand „aus reinem Interesse“ an. Was die Menschen dort hinzieht, ist dieses besondere Gefühl: eine positive Form von Betroffenheit. Es trifft einen Nerv. Es (be)trifft mich und mein Leben. Die so erzeugte emotionale Resonanz kann in der Werbung zu einem wichtigen Katalysator für Relevanz werden.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Was Planner von Comedians lernen können</strong></p>
<p style="text-align: left;">Wenn sich auch Marken diese besondere, positive Form der Betroffenheit zunutze machen wollen, um Resonanz zu erzeugen, können Kommunikationsplanner von Comedians drei einfache Methoden lernen:</p>
<p>1. <strong>Observation</strong><br />
Gute Comedians zeichnen sich oft durch eine hervorragende Beobachtungsgabe aus. Sie analysieren permanent die sie umgebenden Menschen und ihre Verhaltensweisen auf der Suche nach inspirierendem Gedankenfutter. Neben einem offenen Ohr und Auge in öffentlichen Räumen nutzen sie auch das gesamte Spektrum an Populärkultur von Musik bis Film, denn viele menschliche Wahrheiten sind bereits Gegenstand von Liedtexten oder Drehbüchern.</p>
<p style="text-align: left;">Obwohl viele Planner den Anspruch haben, eine neue, ungesehene Wahrheit zu finden, für die sie das alleinige Urheberrecht anmelden können, muss das Rad nicht immer völlig neu erfunden werden. Auch sie können und sollten popkulturelle Quellen anzapfen. Die nötige Variabilität entsteht durch Kontext. Genauso wie es nicht nur einen Film oder Song zum Thema Liebeskummer gibt, kann ein und derselbe Insight in zwei unterschiedlichen Kategorien auch zu völlig unterschiedlichen Kreativideen führen.</p>
<p style="text-align: left;"><strong> 2.Kondensation</strong></p>
<p style="text-align: left;">Comedians verdichten ihre Beobachtungen auf eine simple, nachvollziehbare Wahrheit. Da das menschliche Gehirn darauf geschult und es gewohnt ist, Unterschiede zu erkennen, neigen auch Planner oft dazu, ihre Beobachtungen zu segmentieren und voneinander abzugrenzen. Auf der Suche nach einer Idee, die am Ende möglichst breiten Zuspruch findet, statt zu polarisieren, ist es jedoch zielführender, bewusst nach Gemeinsamkeiten zu suchen, die sich zu einem übergeordneten Gedanken zusammenfassen lassen (es sei denn, die Polarisierung ist beabsichtigt).</p>
<p style="text-align: left;">Das ermöglicht nicht nur maximale Kompatibilität, sondern begünstigt außerdem die Teilbarkeit (neudeutsch: Shareability) einer Idee. Ein verworrener Schneider’scher Gaga-Witz zündet in der Regel genau ein Mal und ist mit eigenen Worten kaum zu replizieren. Übertragen auf Werbung heißt das: Je simpler und intuitiver die Idee, desto leichter ist sie wiederzugeben und umso wahrscheinlicher ist es, dass man auch anderen davon erzählt.</p>
<p><strong> 3. Transformation</strong><br />
Ist die simple Wahrheit einmal gefunden, gilt es, diese aus einer spannenden Perspektive zu erzählen, um wie oben beschrieben das Gewohnte und Vertraute mit etwas überraschend Neuem zu kontrastieren. Bereits in der Briefingphase wird faktische Information so zu fruchtbarer Inspiration.</p>
<p style="text-align: left;">Später in der Kreationsphase kommt es darauf an, die menschlichen Muster nicht einfach eins zu eins abzubilden, sondern in ein spannendes neues Licht zu rücken. Schließlich mag es niemand, einfach plump den Spiegel vorgehalten zu bekommen. So kann am Ende ein kreatives Produkt entstehen, das wie Comedy auf raffinierte und/oder sympathische Art und Weise entwaffnet, statt bloßzustellen.</p>
<p style="text-align: left;"><span style="font-size: 12pt;"><strong>Fazit: Das Comedy-Prinzip kann die emotionale Resonanz auf Werbung positiv beeinflussen</strong></span></p>
<p style="text-align: left;">Planner und Comedians sind anscheinend seelenverwandt, denn sie verbindet eine gemeinsame Leidenschaft für Menschen und ihre Eigentümlichkeiten. Wenn beide ihren Job gut machen, schaffen sie es, ihr Publikum nachhaltig zu berühren. Man schmunzelt, grübelt, erzählt es weiter. Dies ist kein Plädoyer für lustigere Werbung, aber auf der Suche nach spannenden Insights ist es durchaus sinnvoll, wenn sich Planner hin und wieder auch von guter Comedy inspirieren lassen. Davon abgesehen hat ein herrlich befreiendes Lachen noch niemandem geschadet.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Gemeint ist nicht die klassische Komödie, sondern die in Deutschland gängige Form der Stand-up-Comedy.</p>
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		<title>Emotio schlägt Ratio</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Jun 2011 07:26:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Alessandro]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da ich ab morgen für zwei Wochen in den Urlaub fliege, wollte ich noch über eine erfolgreiche Kampagne von Virgin Atlantic berichten und vor allem darüber diskutieren wie Marken in schwierigen Zeiten mit Markenkommunikation anstatt mit Preiskommunikation erfolgreich sein können. Der Sommer 2008 und das darauf folgende Jahr wurde für viele Fluggesellschaften zum absoluten Alptraum. [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Da ich ab morgen für zwei Wochen in den Urlaub fliege, wollte ich noch über eine erfolgreiche Kampagne von Virgin Atlantic berichten und vor allem darüber diskutieren wie Marken in schwierigen Zeiten mit Markenkommunikation anstatt mit Preiskommunikation erfolgreich sein können.</p>
<p>Der Sommer 2008 und das darauf folgende Jahr wurde für viele Fluggesellschaften zum absoluten Alptraum. Der Ölpreis schoss  nach oben und die Finanzkrise ließ die Passagierzahlen wie Eis in der Sonne schmelzen. In diesem Umfeld reagierten British Airways und Virgin Atlantic völlig unterschiedlich und erzielten auch völlig unterschiedliche Ergebnisse.</p>
<p><a href="http://blog.grey.de/wp-content/uploads/2011/05/BA-price-poster1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6688" title="BA price poster" src="http://blog.grey.de/wp-content/uploads/2011/05/BA-price-poster1-207x300.jpg" alt="" width="207" height="300" /></a>British Airways und viele andere Fluggesellschaften entschieden sich, den Preis stärker im Fokus ihrer Kommunikation rücken zu lassen. Wenn man Ryanair heißt, kann man das machen aber aus Markensicht kann ich diese Entscheidung von British Airways nicht nachvollziehen, denn diese Art von Kommunikation (selbst in <a title="Markenstrategien in Zeiten der Rezession" href="http://www.slideshare.net/alessandropanella/how-to-manoeuvre-your-brand-out-of-the-recession" target="_blank">Zeiten der Rezession</a>) birgt die Gefahr der Marke langfristig zu schaden.</p>
<p>Anders als British Airways entschied sich Virigin Atlantic ihren 25. Geburtstag im Januar 2009 mit der &#8220;Still red hot&#8221; Kampagne zu feiern und damit auf emotionale Art &amp; Weise den Spirit der Marke zu zelebrieren. Dabei erhöhte auch Virgin Atlantic sein Werbebudget in Zeiten wo alle Wettbewerber damit beschäftigt waren Kosten zu reduzieren.</p>
<p><embed type="application/x-shockwave-flash" width="485" height="310" src="http://www.youtube.com/v/6cM4EOeJzHA?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></p>
<p>Im Mai 2009 kündigte Virgin Atlantic trotz Krise einen Gewinn von 68 Mio. Pfund an. Jeder Mitarbeiter wurde in Form eines Bonus an dem Gewinn des Unternehmens beteiligt. Diese Zahl ist noch beeindruckender, wenn man weiß, dass der ROI (Return on Investment) für diese Kampagne bei 10,58 Pfund lag, das heißt für jeden investierten Pfund generierte die Kampagne 10,58 Pfund an Umsatz. Das Interessante dabei ist, dass ein Tag davor British Airways einen Verlust von 401 Mio. Pfund verkündet hatte.</p>
<p>Dieses Beispiel zeigt nicht nur wie Marken erfolgreich in Zeiten von Rezessionen kommunizieren können, sondern ist auch ein Beweis dafür, dass die klassichen Kommunikationsmodellen zum Teil nicht mehr geeignet sind um Markenpräferenz zu schaffen unter anderen deswegen, weil sie zu viel Wert auf eine rationale Argumentation legen. Momentan wird in Großbritanien viel über &#8220;Behavioral Economics&#8221; als das überlegene Modell gesprochen, wenn es darum geht, das Verhalten von Menschen zu Gunsten einer Marke positiv zu beienflussen. &#8220;Behavioral economics&#8221; und was Marken davon lernen können reicht aber für mehreren Beiträge und deswegen möchte ich lieber beim nächsten post darüber im Detail sprechen. Aber bis dahin könnt ihr euch diesen spannenden TED-Vortrag von <a title="Solving problems with a nudge" href="http://www.ted.com/talks/lang/eng/sendhil_mullainathan.html" target="_blank">Sendhil</a> Mullainathan anschauen.</p>
<p>Aber wenn wir schon beim Thema Fliegen und &#8220;Behavioral economics&#8221; sind, dann möchte ich euch noch ein Beispiel von einer Marke geben, die meiner Meinung nach noch einen Schritt weiter als Virgin Atlantic gegangen ist, als es darum ging, Menschen zum Fliegen oder eher gesagt zum Reisen zu ermutigen:</p>
<p><embed type="application/x-shockwave-flash" width="485" height="310" src="http://www.youtube.com/v/tWA2UXBTzZM?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></p>
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