So machen Produktdemos auch der Kreation Spaß!

by Johannes on 24. September 2010

Für viele Kreative sind „product demonstrations“ ein absoluter Kreativitäts-Killer. Sie unterbrechen nicht nur die Geschichte, die gerade erzählt wird, sondern sie geben vielen kreativen Ideen ein Gefühl von Déjà-Vu, denn Werbung mit solchen Produkt-Demos gibt es wie Sand am Meer. Sind demnach Kampagnen, die als Hauptziel das Funktionieren eines Produktes haben in einer Welt, in der „consumer engagement“ die neue Kommunikations-Maxime ist, zum Scheitern verurteilt? Und können Produkte oder Dienstleistungen, die in der Regel nur „geeks“ verstehen, auch Normalsterblichen  in einer Art & Weise erklärt werden, die nicht nur überraschend sondern auch unterhaltsam und lebenslustig ist?

Ich sage JA. Begründung? Weil Marken wie Google, Nokia  uvm. mit ihren aktuellen Kampagnen beweisen, dass sie in einer beindruckenden und gleichzeitig sehr einfachen Art & Weise in der Lage sind, die Vorteile von technisch geprägten Produkten Menschen nahe zu bringen.

Google Chrome zum Beispiel schafft es, die unterschiedlichen Features wie z.B. Sicherheit, Geschwindigkeit etc. in einer bislang noch nicht gesehenen Art zu kommunizieren. Spannend ist auch, dass diese Demonstration mit Experimenten zum Leben erweckt wird, die nicht in der Welt der Bits & Bytes sondern in der realen Welt stattfinden und sie damit für jeden nachvollziehbarer werden.

Mit diesem Spot ist es Google Chrome meiner Meinung nach gelungen, Technologie „menschlicher“ zu machen, in dem mit sehr viel Liebe zum Detail jedes einzelne Stück für die Experimente gebaut wurde.

Dem steht  Nokia in nichts nach. Ihnen ist es mit seinem aktuellen Spot für das neue Handy N8 gelungen, die Vorteile integrierten 12 Mega-Pixel Kamera in eine involvierende Geschichte lebensfroh einzubetten.

Als Zuschauer habe ich eher das Gefühl, einen Kurzfilm als einen Werbespot zu sehen. Dass Nokia damit den Weltrekord für die kleinste „Abschlag-Figur“ der Welt (9mm) gebrochen hat, ist ganz ehrlich gesagt, für mich Nebensache. Viel spannender fand ich, dass es Nokia mit diesem Kurzfilm gelang, die Markenbotschaft der Kampagne „it’s not technology, it’s what you do with it“ nicht nur unter Beweis zu stellen sondern auch wunderbar umzusetzen.

Hoffentlich helfen diese beiden Beispiele,  die kreative Welt mit dem vermeintlichen „Produkt-Demo“-Feind zu versöhnen.

Habt Ihr auch solche Beispiele? Wenn ja, würde ich mich sehr über Eure Anregungen freuen.

Zur Person: Alessandro Panella ist Head of Strategic Planning bei GREY Worldwide in Düsseldorf

2 comments
Steffen
Steffen

Interessanter Artikel, aber trotzdem habe ein bis zwei Punkte daran auszusetzen.
Die Beispiele die du nennt sind zwar sehr interessant, jedoch darf man da nicht vergessen, dass man es mit ganz anderen Produkten zu tun hat! Bei Kameras usw ist es meiner Meinung nach recht einfach! Aber was soll man machen, wenn man beispielsweise ganz normale Consumer Products hat?
Da gibt es oft für Kreative nicht viel Spielraum!
Oder?

Alessandro Panella
Alessandro Panella

Danke Steffen für dein Kommentar.

Um ganz ehrlich zu sein sehe ich das ein bisschen anders, denn die Produktvorteile wie z.B. Geschwindigkeit bei Google Chrome, die kommuniziert werden, sind ziemlich generisch und damit auch vergleichbar zu vielen Situationen im Bereich Consumer Products, wo viele Marken ihren USP verloren haben und bedroht sind zum Commodity zu werden.

Damit lautet die Herausforderung für viele Kommunikationsagenturen und deren Kreative: wie schaffen wir es; einen generischen Produktnutzen in einer bisher ungesehenen Art und Weise zum Leben zu erwecken?

Und wenn man sich umsieht, findet man schon einige Beispiele: Axe, Old Spice, Doritos oder auch Cheetos mit der Kampagne - "Orange Underground".

Noch mal danke für dein Kommentar und schönen Sonntag!

Alessandro

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