Digital oder Print? – das ist hier die Frage! NRW Portfolio Day geht in die Fortsetzung.

by Ruediger on 4. Februar 2015

Ruediger_GoetzSechs Monate ist es nun fast schon her, dass wir 30 talentierte Nachwuchsdesigner bei uns im Hause begrüßen durften, um mit ihnen über die optimale Gestaltung des eigenen Portfolios zu tagen. Sowohl für mich und uns Coaches als auch dem Feedback der Teilnehmer zufolge war der erste NRW Portfolio Day ein voller Erfolg und darum heißt es für uns jetzt eins: Auf in Runde 2! Am 26. Februar starten wir mit unseren Partnern DESIGNERDOCK Düsseldorf, PAGE und FUJIFILM die zweite Ausgabe des NRW Portfolio Days in unserem Hause und laden wieder alle Nachwuchsdesigner ein, sich zu bewerben, um mit uns zusammen ihr Portfolio zu perfektionieren.

Konstruktive Kritik kommt an

Die wohl wichtigste und motivierenste Erkenntnis für uns als Veranstalter war, dass sich die jungen Kollegen tatsächlich viel mehr offene und deutlichere Kritik hinsichtlich ihrer Selbstdarstellung wünschen, als wir angenommen hatten. Die gute und angesichts des natürlichen Eitelkeitspotential unserer Branche keineswegs selbstverständliche Nachricht ist: Unser Nachwuchs ist viel selbstkritischer als vermutet und sieht konstruktive Kritik der älteren Kollegen klar als Chance und Notwendigkeit, um besser zu werden. Darum freuen wir uns umso mehr darauf, auch dieses Mal wieder in die Diskussion mit angehenden Designern zu gehen und ihnen mit unserer Erfahrung und unserem kritischen Blick beim Berufseinstieg unter die Arme greifen zu können.

Wieviel „Du“ ist dein Portfolio

Schon der erste NRW Portfolio Day hat eine klare Erkenntnis – und meiner Meinung nach die wichtigste Einsicht – gebracht: Die perfekte Mappe folgt keinem Standard-Bauplan. Sie ist immer „customized“ – perfekt abgestimmt auf den Gestalter und dessen Arbeit, die sie repräsentiert: Dein Portfolio ist am besten Du! Diese Erkenntnis mag im ersten Moment banal erscheinen, doch bewusst und konsequent umgesetzt hat, hat sie für den Gestalter große Bedeutung. Die Mappe ist dann nicht länger nur notwendige und pragmatische Verpackung für die eigene Arbeit, sondern wird selber zum (Gestaltungs-)Projekt, zur Kommunikations-Maßnahme in eigener Sache. Hinter diesem Perspektiv-Wechsel steht für den Gestalter in erster Linie ein kreativer Befreiungsschlag: Er muss in erster Linie keine Formalitäten einhalten, sondern seine ureigene Fähigkeit, Engagement und Leidenschaft nutzen. Die Mappe ist damit perfekte Verlängerung seiner Person, Verstärkung seiner Kreativität, optimale Eingangstür zu seinen Arbeiten sowie Chancen sich durch seine Kreativität in einer ganz entscheidenden Situation optimal und vor allem merkfähig differenzierend zu präsentieren.

Von der Mappe zum Arbeitgeber „Touchpoint“

Um diese Erkenntnis in ihrem vollen Umfang zu verstehen, muss man sich aus der Situation des Bewerbers in die des Mitarbeitersuchenden begeben: Die Aufmerksamkeits-Sensibilität, die jede Mappe bei einem potentiellen Arbeitgeber erhält – besonders in einem persönlichen Vorstellunggespräch –, ist enorm und das mit gutem Grund: Für den Arbeitgeber ist es die Chance, auf einen neuen produktiven Mitarbeiter, auf neue Kreativität und persönliche Erweiterung des Teams, auf einen Kollegen, der in Zukunft mitverantwortlich für den Erhalt und die Verbesserung der Agenturleistung ist, zu treffen. Die Mappe ist damit der erste „Touchpoint“ mit dem potenziell neuen Arbeitgeber und kann so unter Umständen eine wichtigere visuelle Wirkung erzeugen als die eigentlichen Inhalte der Mappe – oder zumindest für deren überzeugenden Eindruck stark mitverantwortlich sein. Damit gilt akuter denn je: Der erste Eindruck zählt!

Digital oder Analog

Doch wie gestaltet man genau diesen ersten Eindruck richtig? In unserer Auftaktveranstaltung im August warf das bei den Teilnehmern schnell und spontan vor allem eine weitere Frage auf: Wie digital oder wie analog sollte eine Mappe sein? Ist eine digitale Mappenform automatisch und ganz selbstverständlich die Antwort auf eine sich in diese Richtung radikal verändernde Kommunikationsbranche und als „Hygiene-Faktor“ entsprechende Anforderung an den Nachwuchs? Oder ist vielmehr das haptische Erlebnis einer klassischen Mappen-Aufbereitung die zielgruppen- und anlassbezogene kreative Antwort? Modernität versus Eindrucksintensität? Muss ein weitgehend aus digitalen Arbeiten bestehendes Portfolio auch zwangsläufig digital sein? Oder gerade nicht, um den Eindruck des Gezeigten zu kontrastieren? Diese Fragen sind nicht pauschal zu beantworten und für die jungen Gestalter hoch aktuell. Grund genug sich im zweiten NRW Portfolio Day diesen zu widmen. Es wird also spannend: Wie sehen Arbeitgeber diese Diskussion? Welche Formen sind im Moment die Regel? Gibt es Ansätze, die beiden Seiten sinnvoll verbinden? Wie viel Freiheit hat der Designer, dies zu entscheiden?

Seid dabei und diskutiert mit

Wir freuen uns darauf, all diese Fragen und noch viel mehr mit euch beim nächsten NRW Portfolio Day am 26. Februar am Düsseldorfer Platz der Ideen zu erörtern.  Wer teilnehmen möchte, kann sich noch bis zum 23. Februar per Mail mit seiner besten Arbeit an nrwportfolioday@kw43.de bewerben. Um ein umfassendes Coaching sicherzustellen, ist die Teilnehmerzahl auf 25 Teilnehmer begrenzt. Weitere Informationen gibt es unter www.nrw-portfolio-day.de. Wir freuen uns auf eure Mappen und eure Leidenschaft! Denn mit Deiner Mappe beginnt Deine Karriere. Oder auch nicht. Also nimm sie ernst. Wir helfen Dir dabei, das Beste aus ihr rauszuholen.

NRW_Portfolioday_2015_Poster_Ansicht

0 comments

Previous post:

Next post: