Social Media Nutzung in den USA und Deutschland: Himmel und Hölle?

by Johannes on 19. Juni 2012

Wie und warum nutzen Unternehmen Social Media? Darauf will die Infografik von MBA Programs Antworten geben. Die Quellen gelten für die USA. Deutschlands Kommunikationsprofis (PR/Journalisten) hat news aktuell dieser Tage im Rahmen einer Befragung ein durchwachsenes Zeugnis ausgestellt.

Social Media in den USA

Immer wieder interessant und das nicht nur für die Zunft der PR und Kommunikationsfachleute, wie und warum Unternehmen und aber auch PRler/Journalisten Social Media nutzen. In den USA haben wir nahezu “traumhafte” Zustände mit 94%, wenn es um die Nutzung von Social Media geht, so die nachstehende Infografik von MBAPrograms. Und immerhin rund 60% bekunden, dass Social Media  durchaus dabei hilfreich ist, Leads zu generieren sowie loyale Fans zu binden. Die Beispiele der drei Unternehmen sprechen eine klare Sprache, was den Nutzen betrifft, vor allem aber auch die Interaktion mit den (möglichen) Kunden.

Beim Corporate Blogging sieht es anders aus. Hier scheint sich ein Rückgang in den USA abzuzeichnen, wie die Ergebnisse der University of Massachusetts in der Infografik nahelegen. Und wie so oft ist der Hauptgrund die hohe Intensität der Pflege. Wobei man sich dabei schon fragen kann, welche Aussagekraft dieses Argument besitzt, denn nur in ganz seltenen Fällen setzt der Erfolg ein ohne größere Anstrengungen. Und übrigens: Social Media entwickelt seine ganze Strahlkraft, wenn es langfristig off- und online gedacht und umgesetzt wird.

(Quelle: Social Media is going corporate, MBAPrograms.org)

Social Media in Deutschland

Die jüngste Umfrage in Deutschland zur Social Media Nutzung von newsaktuell.de unter PRlern, Journalisten und Kommunikationsprofis in Unternehmen hat zeichnet ein durchwachsenes Bild. Vor allem die ersten Zeilen der Meldung zum Social Media Trendmonitor stimmen nachdenklich. Da heißt es: “Die deutschen Redaktionen und Unternehmen setzen bei der Beurteilung ihres Erfolgs im Social Web in erster Linie auf die Anzahl ihrer Fans und Follower. Die Tonalität der Erwähnungen, die Intensität der Dialoge und die Reputation ihrer Kontakte spielen eine untergeordnete Rolle.” Nur damit das klar ist: Befragt wurden 1.483 Mitarbeiter von Pressestellen sowie 881 Journalisten. Mehrfachnennungen waren möglich. Eine gute Zusammenfassung der Ergebnisse hat auch Frank Zimmer bei Lead Digital geschrieben.

(Quelle: Social Media Trendmonitor 2012, news aktuell, siehe auch die Präsentation auf slideshare)

Erstaunlicherweise ist der Hang zu den reinen Zahlen bei Journalisten mit 58% sowgar noch etwas ausgeprägter als bei den Unternehmens- und Agenturvertretern (52%). Auf Platz zwei folgt die Häufigkeit der Erwähnungen und auch hier schlagen die Journalisten die Unternehmensvertreter. Aber schaut Euch die Ergebnisse selbst mal in Ruhe an…

Wann achten wir endlich wieder auf Qualität statt auf Zahlen?

Als ich die Ergebnisse für Deutschland gelesen habe, habe ich mich gefragt, welche Kollegen wohl diese Antworten gegeben haben. Ich kenne Einige die in den genannten Bereichen arbeiten. Und sie tun das soweit ich sehen kann professionell, sprich verbinden Social Media mit traditioneller PR und umgekehrt. Und viele beweisen dabei sehr viel Leidenschaft, Ideenreichtum und Offenheit. Exemplarisch dafür sind etwa Holger Schmidt und Olaf Kolbrück.

Was ist eigentlich heutzutage so schwer daran, an einer Facebook-Page oder einem Twitter-Account zu erkennen, ob dort auf Qualität und damit auf Interkation mit Fans und Followern gesetzt wird oder nicht? Und was ist so schwer daran, dies selbst auszuprobieren bzw. zu beherzigen? Oder warum macht es vielleicht Sinn, mal mit dem einen oder anderen interessanten Fan oder Follower ins Gespräch zu kommen? Warum wollen wir eigentlich alle am liebsten Lady Gaga sein, aber nichts dafür tun und vor allem nicht darüber nachdenken, ob es überhaupt so erstrebenswert ist, Millionen von Fans bzw. Followern zu haben? Interaktion und Engagement, sind das nicht Größen, die vielmehr ins Gewicht fallen als die einfachen Zahlen?

Schließlich wundert dann auch die negative Beurteilung des journalistischen bzw. unternehmerischen Social Web Engagements und des damit verbundenen wirtschaftlichen Erfolgs nicht mehr: “Insgesamt zeigen sich die Befragten unzufrieden mit dem wirtschaftlichen Erfolg ihrer Investitionen in Social Media. Nur gut jeder Zehnte ist der Meinung, dass sich die Ausgaben voll und ganz gelohnt haben (Pressestellen 13 Prozent, PR-Agenturen 11 Prozent, Journalisten 11 Prozent). Dass die Investitionen zumindest teilweise gerechtfertigt waren, sagen immerhin ein Viertel der Redaktionen (25 Prozent) und knapp ein Drittel der Unternehmen (30 Prozent).”

Hand aufs Herz: Was meint Ihr dazu?

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