Apple: Stimmen zu 500.000 Apps im Store

by Johannes on 27. Mai 2011

Dem einen oder anderen war es dieser Tage eine Meldung wert: Apples App Store hat nach knapp 3 Jahren seit Bestehen 500.000 Apps genehmigt. Im Zuge dessen haben 148Apps (auf Mobile Apps spezialisierter US-Blog), Chomp (Suchmaschine für Android und iPhone Apps)  und Chillingo (Spiele-Entwickler-Firma, gehört zu Electronic Arts) eine umfassende Infografik veröffentlicht, die Ihr links sehen könnt.

Dabei stellt sich natürlich die Frage, was uns diese Zahl eigentlich sagt, wie sie einzuordnen ist, schlicht: was bedeutet sie? Diesen Fragen nähern sich nachfolgend sechs Experten, Blogger oder Journalisten. Darin wird deutlich, das jeder eine eigene Perspektive auf diese Zahl besitzt…

Stimmen zur 500.000er Marke

“500.000 genehmigte Apps im App Store heisst eigentlich nichts, weil da auch von Apple oder Entwicklern entfernte Applikationen eingerechnet werden. Der tatsächliche Wert liegt damit irgendwo unterhalb von 500.000. Im Android Market gibt es nach jüngsten Angaben etwa 300.000 Apps, d.h., der Abstand wird kleiner, das heißt, der Abstand zwischen iOS und Android wird kleiner.” Martin Weigert, Verantwortl. Redakteur bei netzwertig.com

“500.000 Apps sind eine ganze Menge, aber auch Android ist stark im Kommen. Trotz des Redens über Restriktionen seitens Apple im AppStore bin ich ein großer Fan dieser “Gangart”. Der geneigte Benutzer bekommt wunderbare Angebote, perfekt aufbereitet. Es geht heute nicht nur immer um die viel zitierte Offenheit, sondern auch um ein möglichst einfach gemachtes Starten in das (mobile) Web. Das Thema ist schier endlos, ich könnte einen ganzen Beitrag dazu schreiben, es gibt ja immer die Anwender- als auch die Entwicklersicht + die Betrachtung des Ökosystems usw. usf…” Carsten Knobloch, Digital Relationship Manager bei notebooksbilliger.de

“500.000 Apps in drei Jahren App Store – wow, da scheint ein Konzept voll aufgegangen zu sein! Apple hat es also scheinbar geschafft die App-Entwickler schnell von der ja noch gar nicht so alten Plattform iOS zu überzeugen und zwar langfristig. Und dabei gilt Apples mobile Plattform doch als geschlossenes System, bei dem nur Apple bestimmt welche App zugelassen wird. Aber weder Nutzer noch Entwickler scheint das sonderlich zu stören. Für mich bedeutet daher die Zahl 500.000 Apps im App Store, dass auch heute noch geschlossene Systeme funktionieren können, wenn der Nutzen für alle Beteiligten (Anbieter, Entwickler, User) nachhaltig gegeben ist.” Falk Hedemann, News-Redakteur T3N

“Eine halbe Million Apps – das ist natürlich eine enorme Zahl. Doch mit jeder neuen App steigt das Problem, dass die App immer schwerer im AppStore auffindbar ist – und die Kosten fürs App-Marketing können ebenfalls entsprechend steigen. Ich hoffe auf eine Gegenbewegung: Publisher und Marketer sollten die Chance von Web-Apps nutzen, also Apps, die direkt im mobilen Browser angesurft werden können – und das gleich auf mehreren Plattformen. Das ist langfristig sinnvoller und auch billiger, als ständig Apps in AppStore, Android Market und Co zu bringen, die nach einmaliger Nutzung vom User wegworfen werden wie z.B. Apps, die letztlich nur ein einziges Produkt promoten sollen wie etwa Apps von Autoherstellern. Auch Native Apps fürs iPhone haben weiter ihre Berechtigung – sie sollten aber einen Mehrwert bieten, und zwar möglichst sowohl inhaltlich auch als bei der Usability, so dass sie vom User dauerhaft genutzt werden.” Florian Treiss, Gründer von mobilbranche.de

“In weniger als drei Jahren hat die Apple-Community eine halbe Millionen Apps erschaffen. Laut Schätzungen* sind nur 37 Prozent der Handy-Programme kostenlos; dennoch beträgt der Durchschnittspreis für Bezahl-Apps gerade mal 3,64 Dollar. Das weist auf ein wichtiges Problem hin: Bis auf wenige Top-Seller wie etwa Angry Birds vom Spieleentwickler Rovio kann das Gros der App-Entwickler kaum von den Mini-Erträgen leben. Wie die WiWo im Februar dieses Jahres in einer großen App-Geschichte prophezeit hat, werden daher künftig zwei Trends zu beobachten sein: Eine Konsolididierung hin zu weniger, aber dafür größeren App-Herstellern – sowie ein Schwenk der Anbieter weg von reinen Spiele- und Unterhaltungsprogrammen in zu Apps für den geschäftlichen Einsatz.” Michael Kroker, Redakteur im Ressort “Unternehmen+Märkte” der Wirtschaftswoche

“500.000 – eine beeindruckende Zahl. Ich kenne nichts, was mein Leben in den letzten Jahren im Nutzungsverhalten derartig geprägt hat als „there is an app for that“. Wetter, Boarding am Flughafen, Tickets, Infos, Übersetzungen. Apple hat ein neue Genre geschaffen und somit den Weg für noch viele sehr innovative Ideen geschaffen. Ich freue mich darauf (auf welcher Plattform sich dass dann auch immer abspielen wird).” Kai Thrun, Social Media Director bei GREY

P.S.: Die hier geäußerten Meinungen wurden unabhängig voneinander erfragt und ins Posting aufgenommen. Euch allen, die Ihr kurzfristig zugesagt habt, möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich danken!

Keep on Rockin`

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  1. [...] App-Umfrage: Das Grey Blog hat Stimmen aus der deutschen Onlineszene dazu eingeholt, dass diese Woche die 500.000. iOS-App von Apple zugelassen wurde. Für “t3n”-Redakteur Falk Hedemann zeigt die Zahl, dass auch heute noch trotz Open-Source-Bewegung geschlossene Systeme funktionieren. Michael Kroker von der “Wirtschaftswoche” erwartet künftig eine Konsolidierung bei App-Entwicklern und mehr Business-Apps. blog.grey.de [...]

  2. [...] hier den Originalbeitrag weiterlesen: 500.000 Apps im Apple Store – Eindrücke von Experten, Bloggern und … [...]

  3. [...] Nach knapp drei Jahren hat Apples App Store die Marke von 500.000 Apps erreicht. Doch was genau bedeutet das jetzt? Diese Frage stellte sich auch Johannes Lenz von Grey. Statt sie sich aber selbst zu beantworten, befragte er Personen aus seinem Teil des Social Web. Ein schönes Experiment, an dem auch ich teilnehmen durfte und das interessante, weil vielschichtige Ansichten zusammenbrachte. Hier gehts zu den Meinungen von Martin Weigert, Carsten Knobloch, Florian Treiss, Michael Kroker und… [...]

  4. [...] daß immer mehr User sich einen neuen Eindruck davon machen konnten. Zudem gibt es schon eine Android App. Die für das iPhone [...]

  5. [...] Zu guter letzt: In letzter Zeit macht eine App von sich reden, die Path heißt. Wohin führt uns dieser “Pfad”? Der eine oder andere [...]

  6. [...] Profil verbannen und was mir persönlich wichtig ist: Poste ich etwas über die entsprechende Mobile App, tue ich dies bewusst und nicht [...]

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