Twittinovation – Twitter mal anders gedacht!

by Alessandro on 30. Mai 2011

Es wird oft und zurecht gestritten ob Marken Twitter als Kommunikationskanal aktiver nutzen sollen? Das Twitter für einige Marken nicht nur aus Image-Sicht, sondern auch ökonomisch sehr sinnvoll sein kann, habe ich schon in einem vorherigen Beitrag mit dem Hippo-Beispiel bewiesen. Wenn es strategisch sinnvoll ist, Twitter für die Markenkommunikation zu nutzen, stellt sich dann die Frage, wie kann man innovativ und kreativ mit diesem Kanal umgehen. Hier sind drei Beispiele:

Ben & Jerry’s – Fair Tweets:

Basierend auf eine ganz einfache Feststellung “die meisten Menschen nutzen keine 140-Zeichen, wenn sie twittern” hat Ben & Jerry’s eine ganz einfache Idee gehabt, um ihr Engagement für “fair trade” zu stärken. Die Idee ist nicht nur schlau sondern passt extrem gut zur Marke, denn Ben & Jerry’s wurde auf dem folgenden Grundsatz gegründet: „Jedes Unternehmen ist verantwortlich für die Gesellschaft, in der sie arbeitet.“ – (Quelle: Ben & Jerry’s).

Volkswagen – Fox no planeta terra:

Um Menschen in Sao Polo mit dem neuen VW Fox in Berührung zu bringen, hat die Agentur eine sehr innovative Twitter-basierte Kampagne zum Leben gerufen, wo Musik-Fans Tickets für den größten Musik-Konzert der Stadt (Planeta Terra) gewinnen konnten. Wie das geht zeigt dieses Video:

Für mich ein sehr schönes Beispiel von “digitaler Schnitzeljagd” die sehr gut bei der Zielgruppe ankommt und die Marke positiv auflädt.

Im letzten Beispiel, geht es auch darum so viele Leute zum twittern wie möglich zu bringen aber diesmal nicht um “fair trade” zu unterstützen sondern einfach um Menschen die Chance zu geben, angesagte Bekleidungsartikel zu einem besseren Preis zu ergattern.

UNIQLO Lucky Counter:

Lucky Counter Twitter promotionUNIQLO ist einer der innovativsten Fashion online Händler aus Japan und mit dem Lucky Counter hat die englische Filiale diesmal bewiesen, dass auch Preispromotions viel interaktiver gestaltet werden können. Bei der “Lucky Counter Promotion” konnten Menschen mit ihren Tweets den Preis von 12 erfolgreichsten Artikel nach unten drücken. Bis zur Eröffnung des neuen Online-Shops hatten Menschen 6 Tage Zeit, um mit ihren Tweets den Preis zu beeinflussen. Je mehr Tweets für einen Artikel verschickt wurden, umso niedriger wurde der Preis.

Wie Amy Howarth, Head of Marketing UK, sagt, ging es UNIQLO hauptsächlich darum die Beziehung zu den Fans/Kunden aufrecht zu erhalten während die Seite überabreitet wurde: “We wanted to engage with our customers on a more personal level. The decision to hand over control of the prices of the launch day products to the customer, whilst the site was down during the ecommerce migration period, was a way to maintain contact/relationship with the customer and offer them something a little more unique whilst the website was temporarily closed. We chose Twitter because the real-time aspect makes the promotion that bit more dynamic and engaging. It’s also totally transparent and visible – meaning the customers really are in control!” (Quelle: Zitat aus Contagious Magazine, September 2010).

Und hier ist ein letztes Beispiel wie man mit einem Tweet günstig an einer Paletter seiner Lieblings-Zerealien rankommt:

Also, viel Glück beim nächsten Tweet!

3 comments
Berthold
Berthold

Klar, versteh' mich nicht falsch. So jung wie Social Media sind muss zwangsläufig noch häufig experimentiert, diskutiert und kritisiert werden. Als Experte kann sich da noch niemand bezeichnen. Preisgestaltung ist andererseits nichts wirklich Neues, siehe Angebot/Nachfrage. Dennoch, mitreden werden Kunden immer, und es ist immer weise zuzuhören damit man reagieren kann.

Berthold
Berthold

Ich denke das dritte Beispiel zeigt auch sehr gut, was mit Twitter als Werbemedium falsch gemacht werden kann: Auf Volumen zu setzen halte ich für grundsätzlich verkehrt. Twitter hat in vielerlei Hinsicht den Charakter eines persönlichen Gespräches, in das sich Zuhörer bei Bedarf einklinken können. Wenn in zufälligen Abständen Teilnehmer völlig vom Thema abweichen um für irgendwas Werbung zu machen wird das mächtigste Werkzeug Sozialer Medien missachtet: Kontext. 10000 Tweets auf ebensovielen Accounts sind nicht so viel Wert wie ein Tweet von einer Person die in ihrem Umfeld als Experte in diesem Thema wahrgenommen wird und Diskussionen steuern kann.

Die richtige Nutzung von Twitter beginnt meines Erachtens als passives Zuhören und Beantworten von Anfragen, entweder mit Lösungen oder Lösungswegen unter Verlagerung in ein geeigneteres Medium. Wenn man seine Fans identifiziert hat kann man diese gezielter in Diskussionen einbinden bzw. sich darauf verlassen das diese selbst tätig werden, wenn Diskussionen in ihrem Umfeld stattfinden. Erst wenn ein Gefühl dafür da ist, welche Informationen für die Fans und die Interessenten relevant sind sollte aktiv getweetet werden, und auch hier gilt: So wenig wie möglich. Lieber einen guten Tweet unter den Tisch fallen lassen als 100 nutzlose Updates abzusondern und dann aus der Timeline zu fliegen.

Alessandro
Alessandro

Deine Argumentation bezueglich Kontext kann ich 100%ig nachvollziehen aber das Beispiel erschien mir aus einem einfachen Grund als interessant. Sozialer Medien werden auch so geschaetzt, weil sie Menschen ermoeglichen an einem Unternehmen/Marke teilzuhaben bzw. mitzugestalten; und wie das Beispiel von UNIQLO zeigt auch wenn es darum geht Einfluss auf die Preisstrategie zu nehmen. Das passive Zuhoeren als richtige Nutzung von Twitter waere mir zu wenig. Zuhoeren ist erst der Anfang aber den Dialog (und auch die Form des Dialogs), der danach entsteht ist aus meiner Sicht genau so wichtig, wenn nicht wichtiger. Beispiele wie KLM oder Interflora, die ich in einem anderen Beitrag genannt habe, zeigen dass Unternehmen durch aufmerksame Zuhoeren und das proaktive Ansprechen von Menschen deutlich an Sympathie gewinnen koennen. P.S. Die Tastatur, die ich im Urlaub benutze ist leider keine deutsche Tastatur.

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  1. [...] Twitter recht flott ist, wussten wir ja schon denn da war ja was mit der Echtzeit, durch welche es noch ein [...]

  2. [...] Bezug auf Twitter kann man an den vier Beispielen sehen, dass etwa die Followerzahlen im Vergleich zu anderen [...]

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