VW & MTV = Me Public Studie

by Johannes on 23. September 2010

http://www.internetworld.de

Gestern am späten Nachmittag gingen die ersten Ergebnisse einer von VW und MTV gemeinsam mit Nielsen durchgeführten weltweiten Studie unter Jugendlichen über die Streams von Twitter und Facebook.  Unter anderem berichteten Horizont, W&V oder Internetworld darüber. Diese Meldungen wurden wiederum von vielen Nutzern aufgenommen und an das eigene Netzwerk weiterempfohlen, wie das heutzutage üblich ist.

2 Stunden täglich, 3 Netzwerke, 200 Kontakte

Das Interesse an der “Me Public” Social Media Studie ist auch deshalb hoch, weil die Befragten zwischen 14 und 29 Jahren alt sind und gemeinhin der Zielgruppe vieler Unternehmen sowie ihrer Marken entsprechen. Dabei darf nicht vergessen werden, das diese Altersgruppe oft als “Digital Natives” bezeichnet wird. Sie nutzen ihr Smartphone wie selbstverständlich jeden Tag und zeichnen sich durch eine intensive Mediennutzung aus. Wie Horizont weiter berichtet, verfügt der durchschnittliche Jugendliche über rund 200 Kontakte, ist in mindestens 3 Netzwerken registriert und verbringt darin 2 Stunden am Tag.

Es kommt noch ein zweiter Punkt hinzu, der für Unternehmen interessant sein sollte: Die Identifikation der bis 30jährigen mit Marken und der Umgang mit diesen, wie Tanja Gabler auf internetworld.de schreibt: “Vier von zehn jungen Menschen veröffentlicht in Social Media ihre Lieblingsmarken, jeder dritte hält Netzwerke für gut geeignet, um mit Unternehmen oder Marken Kontakt aufzunehmen oder Informationen zu finden. Ebenso viele haben ihre Sympathie oder Unterstützung durch Fan-Werden oder ähnliche Aktionen bereits öffentlich gemacht.”

Schließlich ist es die persönliche Empfehlung des Einzelnen, die den Ausschlag gibt für die Bindung oder das (Nicht-) “Liken” an eine Marke. 50% der Befragten folgen etwa beim Einkaufen Empfehlungen und Meinungen  ihres Freunde-Netzwerkes. Und rund 40% geben selbst Empfehlungen ab. Damit ist klar, das der Stellenwert von (persönlichen) Empfehlungen für Marken und Unternehmen im Hinblick auf die eigene Sichtbarkeit im Social Web sehr groß ist.

Markenbotschafter

Für Marken heutzutage entscheidend ist die Kommunikation im Social Web. Dabei fordern die Befragten übereinstimmend einen “ehrlichen Austausch auf Augenhöhe”. Dazu gehören neue unique Ideen, spannende Geschichten, keine aufgewärmten Plots, ernsthafter Dialog und Nutzen. Letzterer muß für die User klar herausgestellt werden. Werden diese Faktoren nicht eingehalten, wenden sich die jungen Menschen ab und anderen Unternehmen zu. Davor wird allerdings direkt und offen kritisiert. Auch ein Aspekt, der für Unternehmen und ihre Markenpräsenz entscheidend ist. Der offene Umgang mit dieser Kritik zeigt Fans, wie authentisch kommuniziert wird und wie stark oder gering ihre Meinungen auf offene Ohren stoßen.

VW zieht aus den Ergebnissen den Schluss, den Wunsch eines personalisierten PKWs zu relaisieren, etwa mit einem Musikstreamingdienst oder einem CO2-Monitor sowie einer App, die Empfehlungen für Events gibt und zugleich Navigation und Fahrtipps bietet, wie horizont berichtet.

6 Nutzertypen

Schließlich hat die Studie 6 Typen von Nutzern identifiziert, worauf etwa W&V bei der Berichterstattung seinen Schwerpunkt gelegt hat.

  1. Mediacs – 23% der Befragten zeichnen sich durch großes zeitliches Engagement im Social Web aus
  2. Tagtics – 22% Anteil und sind gezielt auf der Suche nach Informationen
  3. Skipits – sind gegenüber dem Social Web skeptisch und distanziert
  4. Funatics – wollen Entertainment, sind passiv und zumeist weiblich (k.A.)
  5. Crewsers – 13%, die Social Web als Ort des Austauschs betrachten (k.A.)
  6. Nobuddies 12% haben keine Zeit, sind ängstlich und sehen Datenschutzprobleme

Fazit

Ein erstes Fazit für Unternehmen könnte lauten, daß mal abgesehen von der neuerlichen Namensfindung für einzelne Nutzertypen junge Menschen von heute einen aufrichtigen und zugleich kreativen Umgang mit sich im Social Web von Marken einfordern. Ist dieser nicht gegeben, löst sich die Bindung. Nicht neu dagegen ist die Feststellung, das Empfehlungen eine entscheidende Rolle beim Aufbau einer Beziehung des Einzelnen mit einer Marke spielen.

Die wichtigste Zielgruppe für Unternehmen innerhalb der Alterskohorte 14 bis 29 Jahren sind die stark engagierten und vernetzten Mediacs, die auch das mobile Internet etwa via Handy deutlich häufiger nutzen. Allerdings liegen die Deutschen mit 14% hier noch weit hinter den Jugendlichen aus Japan, von denen 41% mobile Angebote nutzen.

8 comments
Tony Wijntuin
Tony Wijntuin

Interesting!

Can you tell me where to obtain the English (summary) version of this report?

Best Regards,
Tony

Gerald
Gerald

Gibts die Studie auch auf Englisch?

Marc Breidbach
Marc Breidbach

Naja, schau dir mal den demographischen Wandel an....es gibt immer weniger junge Leute. Von daher würde ich schon sagen, dass die Kaufkraft bei den älteren liegt, zumindest in der Masse.

Und auch du zitierst wieder Statistiken aus den USA. Ich bitte doch sehr zu bedenken, dass sowas niemals 1:1 auf Deutschland umzusetzen ist. Das jüngeren das Geld eher locker in der Tasche sitzt sehe ich auch so. Aber mehr ausgeben könnten meiner Meinung nach die Silver-Surfer.... ;o)

Marc Breidbach
Marc Breidbach

Tja, wie immer...Deutschland hinkt hinterher. Die Zielgruppe in SM-Networks dürfte auch eine ganz andere sein. Wie war das? Der Durchschnitt bei Twitter liegt bei 32(?) Jahren und bei Facebook bei 39(?) Jahren in Deutschland? Dann wäre die Zielgruppe der 14-29 Jährigen nicht unbedingt so interessant, da die Kaufkraft in den älteren Jahrgängen auch höher ist! Oder?

jlenz
jlenz

Hi Tony,

sorry for the dealy. As far as we know there is no translated version into English. But we will check it.

Greetings

Johannes

admin
admin

Hallo Gerald,
soweit ich weiß, gibt es die Studie nirgends im Web komplett verfügbar.
Ich werde aber auch mal schauen, ob es irgendwo was in Englisch gibt!
Alle Seiten die Artikel darüber geschrieben haben, zeigen keine Verweise auf die gesamte Studie!

Liebe Grüße

André

jlenz
jlenz

Dank Dir für den Kommentar.

Ok, dann müssen wir uns die Altersstruktur für Facebook in Deutshcland ansehen. Stichwort demographischer Wandel - auf jeden Fall. Wa sich zu bedenken geben möchte: Die Altersgruppen werden von der Werbung unterschieldich adressiert.

Viele Grüße

Johannes

jlenz
jlenz

Guter Einwand Marc.

Da hast Du definitiv einen wichtigen Punkt angesprochen. Ändert natürlich nichts daran, daß die Befragten trotzdem durchaus intensiv das Social Web nutzen. Kennst Du die Seite http://www.checkfacebook.com/ ? Für Amerika wird da aufgeführt, daß über die Hälfte der User in den Altersgruppen 18-24 und 25 - 34 Jahren. Es gibt sicherlich noch weitere Statistiken, aber letztlich scheint es doch die stärkste Nutzergruppe bei Facebook zu sein.

Was die Kaufkraft angeht, wäre das tatsächlich mal ein interessanter Punkt. Ist das wirklich so, das ältere Jahrgänge eine höhere kaufkraft aufweisen oder haben die jüngeren nicht insgesamt mehr Geld zur Verfügung und geben es eher aus?

Viele Grüße

Johannes

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