Je mehr Fans, desto weniger Interaktion!

by Johannes on 2. August 2011

Facebook hat ja gerade alle Hände voll zu tun. Lauter lästige “Quälgeister” sind um den Platzhirsch im Social Bereich herum und necken ihn. Zuletzt hat die Suchmaschine Google mit ihrem brandneuen Social Network Google+ für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Und die ersten Reaktionen fielen überwiegend positiv aus. Eine kleine Meldung hat mich gestern via W&V auf ein weiteres Problem für den “blauen Riesen” gebracht, wenn es denn überhaupt eines darstellt… (Bildnachweis: Flickr, Benjamin Chun)

Fanzahlen in Deutschland steigen, aber die Interaktion darauf nimmt ab

Das ist die Kernaussage des Trendreports für Juli 2011 von den Agenturen Pilot und Zucker, der nach einem Jahr nun zum zweiten Mal erschienen ist. Aber wie wird die Abnahme der Interaktion auf den Fanpages deutscher Unternehmen begründet?

Mit der abnehmenden Interaktionsrate, die im Vergleich von 2010 von 4,3 auf 1,5% gefallen ist. Diese wird wie folgt definiert: “Interaktionen (Likes, Kommentare, Posts) derFans / (Anzahl Fans/100) = Interaktionen pro 100 Fans.”

Und diese sinkt, weil sich 1. mit der Überschreitung einer kritischen Anzahl an Fans die Kommunikation von 1 zu 1 hin zu 1 zu Vielen entwickelt. 2. wird deutlich, dass nach wie vor viele Fanseiten-Betreiber darum bemüht sind, eigene Apps anzubieten, die wiederum den Dialog auf der Pinnwand schmälern.

Dialog immer wichtiger, Zunahme der crossmedialen Vernetzung

Einmal mehr bewahrheitet sich in den Ergebnissen, dass der Dialog – Moderation, Feedback, etc. – offensichtlich doch ausschlaggebend dafür sein kann, um größere Anziehungskraft als andere Fanpages auf die Nutzer auszuüben.

Und immer mehr Marken entsprechen laut den Autoren des Trendreports Juli 2011 sogenannten Friend und Service Brands.

Für erstere steht “aktives, persönliches Miteinander im Vordergrund, mit hohem “Wohlfühlfaktor” auch über das konkrete Produkt/Service hinaus.” Zweitere “integrieren Facebook in ihr Customer-Relationship-Management. Im Zentrum steht nutzwertige, lösungsorientierte Kommunikation zu service-relevanten Themen.”

Übrigens: Schon im Mai bloggte allfacebook.de über eine weltweite Untersuchung mit Fanpages >100.000 Fans, vorgestellt von emarketer, die zu ähnlichen Ergebnissen gelangte wie jetzt der Trendreport Juli 2011: “Die Engagement Rate als Quotient aus Facebook Fans und Likes beziehungsweise Comments nahm mit der Anzahl der Fans ab. … Danach werden 70% aller Likes in den ersten vier Stunden nach der Veröffentlichung abgegeben. Nach 22 Stunden sind dann über 90% der Likes und Kommentare eingegangen. Der Beitrag ist damit verbrannt und ein neuer kann folgen. Eine höhere Taktung an Nachrichten führte zu einer Kannibalisierung der alten Beiträge durch den neuen Beitrag. Damit werden also Interaktionen mit dem Fan verschenkt.”

Und ist das jetzt ein Problem für Facebook?

In meinen Augen nicht, denn es kommt eben auf die Branche an sowie auf die Art und Weise der Kommunikation, wie Seitenbetreiber bzw. Marken mit den Fans umgehen. Dass es offensichtlich doch geht, mit vielen Fans direkt zu kommunizieren, dafür gibt es genügend Beispiele. Und wie man es eben nicht macht, eben auch ;)

Für Facebook entsteht erst dann ein Problem, wenn es nicht mehr cool ist. Und bis dahin dauert es wohl noch ein bisschen, immerhin ist der “blaue Riese” ja ein Traffic-Aggregator… und wir dürfen gespannt sein, ob und wie lange der Zuwachs von ca. 30.000 Nutzern pro Tag in Deutschland und ca. 1.000.000 weltweit anhält.

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