Listen first, then listen more…

by Charlotte on 18. Juni 2015

Charlotte_PrienVor einigen Wochen setzten sich 10 juniorige GREY’s zusammen mit unserem CCO Fabian an einen Tisch, um die so genannte MoCaH ins Leben zu rufen. Die “Ministry of Culture and Happiness”. Mit einer Mischung aus Tatendrang und Neugier ergriffen wir die Initiative und legten direkt los. Das erste Ziel:  Mehr Spaß soll die Arbeit hier machen. Zufriedener sollen die Kollegen sein. Austausch muss stattfinden, Wünsche endlich umgesetzt werden. Und bitteschön auch Sofaecken für alle. Ach, und Bier. Bier hilft immer.

Als die erste Meldung der formierten MoCaH rausging, dachten die meisten der Kollegen: Was wollen die nun wieder? Was soll das bringen? Zugegeben – wir hatten die ersten Wochen selbst keine genaue Vorstellung, wohin das Ganze gehen sollte. Wir nahmen die ersten Dinge halbwegs planlos in Angriff und merkten erst nach und nach, dass es um viel mehr geht, als Events und Freibier. Unser Anspruch wurde ein anderer. Und die Nachfrage der Kollegen auch. Es geht nicht nur darum, ein bisschen Farbe an die Wände zu klatschen und die Musik mal laut aufzudrehen. Es geht nicht darum, aus einem Arbeitsplatz einen Spielplatz zu machen.

Es geht immer um: Kultur. Ebenso wie Zufriedenheit ist Kultur nicht eindeutig messbar. Eine indirekte Variable, die über zig Ecken entsteht und die sich einschleicht, wenn man sie lässt.

Was schafft Kultur? Rituale und Traditionen? Sicher. Aber auch das Einbeziehen jedes Einzelnen. Das Fördern von Eigenschaften, die uns einzigartig machen. Und die Stärkung derer, die diese Kultur prägen. Wir sitzen hier am Platz der Ideen in Düsseldorf mit über 300 klugen Köpfen, die großartige Arbeit leisten. Das ist schon mal ein mächtiger Grund, um zu feiern. Das ist eine riesige Ressource, die unglaublich viel Kraft entfalten kann, wenn man sie nur lässt. Vieles liegt uns direkt zu Füßen. Hier vor Ort stecken unendlich viele Ideen in Köpfen, hier bestehen Kontakte, die riesige Dinge ermöglichen können und es herrscht eine enorme Vielfalt. Kulturell wie charakterlich.

Es gibt Kollegen, die seit über 35 Jahren bei GREY sind. Die haben Dinge gesehen und mitgeschaffen, von denen wir als Nachwuchs wahnsinnig viel lernen können. Und es gibt Kollegen, die über die verrücktesten Umwege bei GREY gelandet sind. Auch die haben Sichtweisen und Input zu liefern, der nicht minder wertvoll ist. Lebende und atmende Tutorials. Brain2Brain sozusagen. All diese Ressourcen gilt es nutzen, wenn wir als Marke und Gemeinschaft Kultur schaffen und leben wollen. Ungenutzte Energie in Erfolg umsetzen – das ist ein Ziel. Wenn wir Erfahrung und Neugier addieren, entsteht Wachstum.

islifegood

Ein weiteres Ziel ist Zufriedenheit. Es ist keine Neuigkeit, dass mit steigender Zufriedenheit der Erfolg wächst. Was aber heißt das für uns als MoCaH? Wir wollen hinschauen, hinhören und weitersagen, was bei uns ankommt. Das bedeutet auch, dass wir mitunter langjährige Prozesse und Maßgaben radikal in Frage stellen müssen. Wir sind davon überzeugt: Wenn wir die richtigen Punkte miteinander verknüpfen, dann ist der Output bedeutend größer als die Summe aller beteiligten Personen.

Denkt man in strategischer Markenführung, dann ist häufig die Rede vom Spagat zwischen Kontinuität und Zeitgeist. Für uns heißt das: Vorreiter sein. Appetit anregen und auch mal über den Tellerrand blicken. Möglichkeiten schaffen. In Zukunft wollen wir in erster Linie unsere Kultur direkt vor Ort greifbarer machen und stärken. Nicht nur unsere Arbeit bei GREY ist es wert, hochgehalten und gezeigt zu werden. Die Menschen sind es auch. Oder: Erst recht! Außerdem wollen wir dazu beitragen, dass der Platz der Ideen auch außerhalb unserer 4 Wände ein kulturstiftender Ort wird. Das kann zum Beispiel durch unsere jüngst gestarteten TTT-Events passieren. Hier wollen wir vor allem Künstlern aus der Region eine Bühne bieten, die keine große Plattenfirma hinter sich haben und gleichzeitig wertvolle Inspiration für uns schaffen. Ausstellungen von Werken Düsseldorfer Künstler werden in Kürze folgen. Nur wenn wir unsere tägliche Arbeit hin und wieder verlassen, können Ideen nachwachsen.

 

Wir freuen uns über jeden Input von außen, der uns Hinweise gibt, in welche Richtung diese Kultur wachsen soll. Und wir sind sicher – hier ist eine großartige Menge Holz vorhanden, aus dem man ganze Schlösser bauen kann.

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Ay Yildiz: Eine Marke wird zur „Why-Brand“

by Christoph on 19. Mai 2015

Christoph PietschSeit einigen Stunden ist die neue Kampagne der ehemaligen E-Plus- bzw. nun Telefónica-Marke „AY YILDIZ“ on air. Kennen die meisten von Euch nicht? Ist auch genauso gedacht. Denn das Mobilfunk-Angebot berücksichtigt die Bedürfnisse einer ganz besonderen Bevölkerungsgruppe: Deutsch-Türken.

Sie sind seit knapp 60 Jahren Teil unserer Gesellschaft. Über 3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund deren kulturelle, religiöse Wurzeln in der Türkei liegen. Alles begann mit dem Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei 1961.

Als „Gastarbeiter“ halfen zahlreiche türkische Menschen beim Wiederaufbau Deutschlands. Mittlerweile leben sie in zweiter und dritter Generation mit uns zusammen und sind vollintegrierter Bestandteil unserer Gesellschaft. Sie bilden einen Querschnitt unserer Bevölkerung, vertreten uns im Bundestag, besuchen Universitäten, prägen mit Ihren Einflüssen Kultur, Kulinarik, sind Vorbilder und werden für uns alle sogar Weltmeister.

Und doch sind sie am Ende des Tages etwas Besonderes. Deutsch-Türken leben in zwei Kulturen, reden deutsch, fühlen türkisch. Sie sind temperamentvoll, haben ein ausgeprägtes Kommunikationsbedürfnis und legen großen Wert auf die Familie. Wir alle kennen den Moment, wenn wir dem Gespräch zweier Deutsch-Türken im Bus, der Bahn oder auf dem Weg zur Arbeit lauschen dürfen. Türkische Sätze werden mit einzelnen deutschen Vokabeln versehen und umgekehrt. Wie wunderbar, wenn man den bereichernden, multikulturellen und damit europäischen Gedanken live erleben darf.

Und eine Marke hat die besonderen Bedürfnisse, aber auch ökonomische Potenz der „Zielgruppe“ besonders erkannt und ihnen ein Angebot auf den Leib geschneidert. „Ay Yildiz“ bedeutet „Halbmond und Stern“ steht für die türkische Flagge und ist gleichzeitig der Name eines Mobilfunkangebotes. In den vergangenen Jahren hat man sich erfolgreich gegen Nachahmer behaupten können, auch weil man ein differenziertes Verständnis der eigenen Daseinsberechtigung an den Tag legt.

Ay Yildiz ist nämlich kein Telefonanbieter im herkömmlichen Sinne.
Ay Yildiz verkauft keine Telefone, keine Tarife oder SIM-Karten.
Ay Yildiz ist vielmehr. Nämlich Moderator, Connector und Manager einer bi-kulturellen Community.
Ay Yildiz stellt emotionale Verbindungen her. Über Sprach- und Landesgrenzen hinweg.

Wir Agentur-Menschen würden formulieren:
„Die übergeordnete Mission, der „Purpose“, das „Why“ der Marke Ay Yildiz ist der Zusammenhalt der Community“. Das ist mal ein Brett.

Selbstverständlich folgen Markenbildung und entsprechende Kommunikation keinem reinen Selbstzweck, sondern einem betriebswirtschaftlichem Prinzip. Nichts desto trotz schaffen die Ay Yildiz-Verantwortlichen mit der neuen Kampagne etwas ganz Wundervolles: Sie beschenken eine Zielgruppe mit einer Hymne, sprechen vielen Community-Mitgliedern aus der Seele, schaffen Zugänge zu Kopf und Herz. Die Marke lädt über sämtliche soziale Kanäle ein, ein Teil von ihr zu sein, eigenen Content zu produzieren, bietet die Plattform für Austausch, feiert ein Manifest, die Re-Definition der emotionalen „Heimat“ als größten gemeinsamen Nenner deutsch-türkischer Mitbürger und wird so relevanter als jeder Tarif- und Preisvergleich.

Übrigens: Ay Yildiz feiert in diesem Jahr seinen 10. Geburtstag.
Und wenn wir möchten, sind auch wir „Nicht-Deutsch-Türken“ zu einer emotionalen Marken-Geschichte eingeladen.
Großartig, oder?

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