Mobile Apps für Video & Picture Sharing wie Viddy, Cinemagram, Pinterest oder Instagram sind in, wie wir in unserem letzten Blogpost darlegten. Das bestätigt etwa auch das derzeitige Nutzerwachstum von Viddy, welches durch die Facebook-Integration unterstützt wird. Wir haben uns die Integration mal genauer angesehen und kamen ein wenig ins Grübeln…

(Bild: Flickr Profil Sean MacEntee

Inzwischen ist es längst Standard, das Mobile Apps eine Facebook-Integration anbieten. Wenn ich das recht sehe, umfasst sie in der Regel folgende Aspekte, nämlich zunächst einmal die Funktion, den erstellten Content, in diesem Fall das Bild oder das Video, im eigenen Facebook Profil posten zu können. Dafür wiederum muss ich beispielsweise der App von Viddy Rechte einräumen. Darunter fällt auch die Genehmigung, auf eine Range an Daten meines Facebook-Profils zugreifen zu können sowie die Möglichkeit, in meinem Namen dort posten zu dürfen. Natürlich kann ich jederzeit die App aus meinem Profil verbannen und was mir persönlich wichtig ist: Poste ich etwas über die entsprechende Mobile App, tue ich dies bewusst und nicht automatisch.

Art der Integration von Apps auf Facebook provoziert Kritik

Jetzt habt Ihr aber sicherlich schon von der Möglichkeit des “frictionless sharing” auf Facebook gehört, was man als “nahtloses Teilen” übersetzen kann. Wenn nicht, dann erfahrt ihr in unserem Blogpost rund um die re:publica 2012 mehr dazu, denn darin findet Ihr das Interview mit den Jungs von allfacebook.de.

Kurz gesagt: Beim nahtlosen Teilen geht es nicht mehr darum, dass man etwas bewußt mit anderen teilt, weil man es vielleicht als besonders erachtet, sondern viel mehr um eine Form des autmatisierten Teilens. Dies könnt Ihr an Social Reader Apps wie dem Stern oder der Washington Post oder auch Social Music Apps wie Spotify beobachten.

Denn während Eure Freunde einen Artikel in der entsprechenden Zeitung lesen oder ein Lied hören, wird dies Euch automatisch in Eurem Stream bzw. Newsfeed mitgeteilt. Und das bleibt nicht ohne Folgen, da es, wie man heute sagt, dem einen oder anderen aus Eurem Bekanntenkreis auf Facebook als “zu spammy” erscheint, das heißt, das automatisierte Update wird von einigen Nutzern als Spam wahrgenommen.

Beispiel: Viddy und die Einbindung auf Facebook

Aber zurück zu den Mobile Apps und ihrer Einbindung auf Facebook. Am Beispiel von Viddy können wir sehen, dass sie “state of the art” ist.

1. Share-Funktion via Facebook (sowie Twitter, Tumblr, SMS, Email) auf der Viddy-App (die Community der Mobile Video Sharing App wird zurzeit auf etwa 30 Mio. Nutzer taxiert – Tendenz: steigend)

2. Viddy-Integration auf Facebook im eigenen, persönlichen Profil

3. Integration auf Facebook aus der Sicht Deiner Kontakte

Soweit so gut. Klar, den Zugriff auf die Daten wird man schwerlich verhindern können und jeder, der es nicht will, wird wohl um die App einen Bogen machen. Aber wie sieht das jetzt beispielsweise aus, wenn man ein kleines 15sek Mini-Webvideo gemacht hat, es bewusst auf dem eigenen Facebook-Profil geteilt hat – wie sehen es jetzt meine Kontakte?

Und hier beginnt der Schlamassel… denn alle, die die App nicht nutzen und auf mein gepostetes Mini-Webvideo klicken, um es anzuschauen, erwarten ja, dass es sich öffnet, so wie etwa bei einem YouTube-Video  oder dass man weitergeleitet wird auf die Webseite von Viddy. Beides passiert erst mal nicht. Stattdessen erscheint folgendes Pop Up:

Tja, bevor man sich das kleine Video anschauen kann, wird man aufgefordert, die App zu installieren sowie, falls noch nicht geschehen, das persönliche Facebook-Profil auf die Chronik bzw. Timeline umzustellen. Daran führt kein Weg vorbei, will man das Video denn zu Gesicht bekommen, was wiederum kritische Stimmen auf den Plan ruft, die man nicht außer acht lassen sollte.

Gewinner sind die Anbieter, Verlierer die Nutzer

Die Kritik am App-Anbieter kommt gleich von zwei Seiten. Sowohl die Nutzer als auch die Analysten kritisieren dieses progressive Vorgehen auf Facebook. Denn welche Wahl bleibt dem Nutzer, wenn er die App noch nicht installiert hat, sie aber auch nicht installieren will?

Eigentlich keine, denn das Video wird er nicht sehen können. Gut, er könnte die App auch nur auf dem Smartphone installieren und dort das Video anschauen, aber Sinn der Sache ist das auch nicht, denn auch hier müsste die App schließlich installiert werden.

Ergo: Man wird mehr oder weniger dazu verdonnert, die App zu installieren. Und Facebook macht bei diesem Spiel ja mit, denn wer bis dato noch nicht auf die Chronik/Timeline umgestellt hat, wird es nun tun müssen, wenn er die App installiert, um das Mini-Webvideo des Bekannten ansehen zu können…

Eines übrigens unterscheidet Viddy dann doch von der Mobile App Video Sharing-Konkurrenz: Bei Socialcam erfolgt ein automatisches Posten im Hintergrund auf Facebook. Soweit ist es dann bei Viddy noch nicht ;)

Analysten wiederum kritisieren dieses Vorgehen von App-Anbietern wie Viddy, weil diese dadurch auf recht eigennützige Art profitieren und dem Nutzer keine großen Wahlmöglichkeiten lassen. Natürlich macht dies aus Sicht der Anbieter Sinn, denn das Hauptziel kann nur sein: Nutzerwachstum!

Je mehr Nutzer die App auf ihrem Smartphone nutzen und mit ihren Social Profiles verknüpfen, desto höher steigt die App im Ansehen; vor allem auch bei möglichen Werbekunden, die Einnahmen versprechen. Dafür wichtig sind etwa ordentliche Download-Zahlen im iTunes bzw. Android Store, Verbreitung via Mundpropaganda sowie gaaanz viel Berichterstattung. Ach so: Die kann auch negativ sein. Aber wenn für die Nutzer der Mehrwert der App die Kritik überwiegt, ist alles gut.

Übrigens könnte ein solches Vorgehen für eine Marke möglicherweise ein ordentliches Imagedesaster darstellen, würde sie solch eine App anbieten. Ob dieses schwerwiegendere Folgen hätte als „herkömmliche“ PR-Krisen, sei mal dahingestellt.

Fazit

Damit schließlich keine Missverständnisse aufkommen: Ich bin ein Fan von Viddy, schon alleine, weil ich es faszinierend finde, dass es die zeitliche Begrenzung der Mini-Webvideos auf 15 Sekunden gibt, die offensichtlich willkürlich ist, aber den Reiz erhöht und die Phantasie der Nutzer beflügelt. Genauso wie die App selbst, die solide ist und keinerlei Probleme bei der Bedienung bereitet. Ich bin aber vor allem auch ein Fan von Visualität in der Kommunikation, die derzeit durch Bilder und Bewegtbild einen ordentlichen Schub erfährt. Sicherlich, um erfolgreich als Marke zu kommunizieren, werden visuelle Elemente im Mix mit anderen Content-Arten ausgespielt werden müssen.

Letztendlich aber müssen sich Apps wie Viddy & Co. nach ihrem Business Modell fragen lassen sowie nach dem Mehrwert für Marken und Unternehmen.

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Nach Pinterest und Instagram ist vor Cinemagram und Viddy. Derzeit erleben wir viel Bewegung im Bereich der visuellen Kommunikation. Vor allem Foto und Bewegtbild erleben einen starken Schub. Der Fokus richtet sich dabei immer mehr auf das mobile Moment.

(Bild by solacetech auf Flickr)

Visuelle Kommunikation startet durch

Zu Beginn des Jahres machte Pinterest auch hierzulande auf sich aufmerksam. Kai Biermann schrieb auf Zeit Online Ende Januar: “Das Ergebnis ist erstaunlich. Die Boards sind oft originelle Zusammenstellungen und zeigen tolle Ideen und überraschende Blicke. Wer einmal anfängt, sich durch die oft edlen Welten zu klicken, bleibt schnell hängen und schaut sich Bilder und immer wieder neue Bilder an. Das kann geradezu besoffen machen.” Klar, fasziniert sind wir auch, aber dennoch realistisch. Nicht gleich alles, was gehyped wird ist auch übermorgen noch populär. Und es stellt sich natürlich auch immer die Frage nach dem Business Modell dahinter und dem Nutzen für Marken.

Gestern hat sich die renommierte New York Times 10 Start-Ups angeschaut. Die Frage: Sind sie der nächste große Wurf im Social Web? Neben bekannten Gesichtern wie Dropbox oder Pinterest sind aber auch solche wie Pinwheel, Square oder Airtime dabei. Klar, dem einen oder anderen unter unseren Lesern sind sie alle ein Begriff, aber die meisten werden denken, daß da wieder ein Hype herbei geredet werden soll. Deswegen widmen wir uns einfach mal zwei Apps, die noch nicht durch die “Decke” gegangen sind oder aber gerade schon auf dem Weg dorthin sind wie Viddy.

Ach so: Und was das Bewegtbild angeht, dürfen wir YouTube natürlich nicht vergessen, wo derzeit pro Minute faszinierende 60 Stunden Videomaterial hochgeladen werden. Tendenz: Steigend :)

Viddy – Webvideo in 15 Sekunden

Viddy ist eine App (vor erst nur für iOS), mit der man 15sek Videos mit seinem Smartphone machen kann. Wofür und warum überhaupt, das fragt Ihr mal die 15 26 Millionen, die die Anwendung schon nutzen und natürlich Shakira & Co., die jetzt darin investieren. Jedenfalls kann man die kleinen Webvideos mit Filtern belegen, weshalb einige Artikel aus der jüngsten Zeit auch vom “Instagram für Video” sprechen.

Das Handling der App ist denkbar einfach und eine Integration in Richtung Facebook und  Twitter ist ja mittlerweile Standard, genauso wie die Existenz einer eigenen schnell wachsenden Community, deren Mitglieder die Mini-Webvideos zudem verschlagworten, kommentieren oder liken können. Es ist also angerichtet. Stellt sich nur einmal mehr die Frage:  Was soll das? Und warum nur 15 Sekunden?

Ich habe mich mit einem, wenn nicht dem profiliertesten Webvideo-Journalisten in Deutschland, dazu kurz neulich kurz unterhalten. Auch Markus “Videopunk” Hündgen kann sich keinen Reim darauf machen, warum die die zeitliche Beschränkung eingeführt wurde, die es ja nicht mal ermöglicht, das Video zu schneiden, wie etwa bei YouTube. Für ihn ist Viddy eine Art “Videotwitter”. Schnell erstellte Momentaufnahmen, die ebenso schnell von anderen abgelöst werden. Was ebenso fehlt, ist der Dialog. Was will man auch schon in 15 Sekunden besprechen? Nun, machen wir uns ein Bild und schauen uns zwei Varianten an, wie die Mini-Webvideos aussehen könnten:

1. Stick Figure Rampage (Animation)

2. Kyle Case Birthday! ‘Jager Train’

Neben diesen beiden Beispielen, die ich zufällig ausgewählt habe, weil sie entweder “trending” oder “hot” waren, hatte ich den Eindruck, das viele Nutzer Viddy auch dafür nutzen, um anderen mitzuteilen, wo sie gerade sind, etwa vor einem Club, den sie im Anschluss besuchen wollten. Es besteht daher durchaus die Möglichkeit, dass sie auch von dort ebenfalls via Viddy berichten, wie es ihnen gefällt. Und bewegte Bilder sprechen in dieser Hinsicht eine vielleicht noch deutlichere Sprache, als ein Tweet…

Letztlich wird sich zeigen müssen, inwieweit Viddy trotz stetig wachsender Community auch für Marken und Unternehmen interessant ist, etwa, um darauf für die eigenen Produkte zu werben.

Cinemagr.am – Animierte GIFs für alle

Cinemagr.am ist ebenfalls vorerst nur für das iPhone als App erhältlich, allerdings ist geplant, sobald wie möglich eine Android-Version aufzulegen. Die in Kanada entwickelte App bastelt aus einem kleinen Video, dass ihr dreht und in welchem Bewegungen stattfinden (wippende Füße, fliegende Vögel, blinkende Türme, was auch immer) ein animiertes GIF, welches man zusätzlich mit einem Filter wie bei Instagr.am belegen kann. Und auch hier findet sich die reibungslose Integration rüber zu Facebook und Twitter.

Die Süddeutsche Zeitung schrieb neulich über Cinemagr.am: “Wie es sich für neue visuelle Anwendungen gehört, kann man die Filme mit Cinemagram noch in ein paar Retro-Effekten einfärben und sie sofort nach dem Fertigstellen mit den anderen App-Usern teilen, folgen und liken lassen. Erfinder Temo kündigt auf Nachfrage an, dass in naher Zukunft jeder Benutzer die Dateien auch gleich als .gif speichern und in Blogs etc. einbetten können soll. Bis jetzt erscheinen die fertigen Cines erstmal nur im eigenen Kanal der App, sobald sie dann auf der Homepage in den „Trending Cines“ auftauchen, lassen sie sich aber per drag and drop schon heute auf den Rechner ziehen. ..” Schauen wir uns einfach mal zwei Cinemagr.am`s an, die ich gerade gefunden habe…

1. L’ heure de la baston


Created with cinemagr.am

1. Unknown Title


Created with cinemagr.am

Und auch hier stellt sich die Frage nach dem Mehrwert für Unternehmen und Marken. Wie können sie mit den kleinen “Cines” ihre Produkte innovativ promoten, wohlgemerkt so, dass es keine Eintagsfliege bleibt?

Zwei mobile Apps als Beispiel für die erstarkte visuelle Kommuniaktion

Die beiden Apps zeigen, wo wir stehen und was möglich ist. Hinzu gesellen sich weitere wie oben mit dem New York Times-Artikel angeführt, die uns als Nutzer unterhalten und Spaß bringen. Visualität, in Form von Bildern und bewegten Bildern wird immer stärker, vor allem auch im Bereich MobileMarken und Unternehmen müssen dies bei Ihrer (Produkt-) Kommunikation berücksichtigen und dies in den eigenen Kommunikationsmix aus Content und Storytelling einbauen.

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