Marken müssen sich nützlich machen, sonst sind sie nutzlos!

by Johannes on 28. Januar 2011

Herbert Simon war wahrscheinlich der Erste, der 1971 das Konzept von „attention economy“ formulierte als er schrieb:

“…in an information-rich world, the wealth of information means a dearth of something else: a scarcity of whatever it is that information consumes. What information consumes is rather obvious: it consumes the attention of its recipients. Hence a wealth of information creates a poverty of attention and a need to allocate that attention efficiently among the overabundance of information sources that might consume it” (Simon 1971, pp. 40–41).

40 Jahre später explodiert das Volumen an Informationen und Werbebotschaften, die uns jeden Tag erreicht, was den Kampf für Aufmerksamkeit immer wichtiger für Marken macht. Ob dies eine Renaissance des AIDA-Models bedeutet, ist unklar. Auf jeden Fall zwingt uns diese Entwicklung uns mehr mit dem ersten Buchstaben des Modells zu beschäftigen (A für Attention) und vor allem uns die Frage zu stellen: welche Möglichkeit hat eine Marke heutzutage die Aufmerksamkeit der Leute auf sich zu ziehen?

Sicherlich gibt es viele Wege dies zu erreichen, aber ich möchte einen davon gerne zur Diskussion stellen: Marken müssen sich nützlich machen, sonst werden sie nutzlos. Und hier sind ein paar Beispiele von Marken, die sich auf sehr unterschiedliche Art & Weise nützlich gemacht haben.

Orange: Begegne deine Zielgruppe da wo sie sich gerne aufhält

Orange wollte eine jüngere Zielgruppe stärker an sich binden. Anstatt den 100ste Telefonrabatt zu geben, hat sich die Marke nützlich gemacht in dem sie Musikfestival-Besucher ein ganz besonderes Zelt zur Verfügung stellt: das „Text-me-home“ Zelt. Dieses Zelt hat einen eingebauten Receiver und eine Telefonnummer. Nach dem Konzert und das Feiern, können die Fans einfach eine SMS an die Nummer schicken und das Zelt leuchtet. So findet jeder den Weg zu seinem warmen Schlafsack. (Bildquelle: gizmodo)

Fiat ecoDrive: so wird jeder zum besseren Autofahrer

Nike + hat uns gezeigt, wie man auf spielerische Art & Weise zum besseren Jogger wird und Fiat macht aus uns bessere Fahrer in dem sie ihre Fiat Cinquecentos mit einem USB-Stick ausstattet, der unser Fahrverhalten analysiert und uns dann sagt wie wir weniger CO2 ausstoßen können.

Andes: Ein Bier das sich für bessere Beziehungen stark macht!

Wie kann sich ein Bier nützlich machen und dabei einen hohen Unterhaltungswert bieten? Das argentinische Bier Andes zeigt uns wie es geht und beweist, dass es seine Konsumenten richtig gut versteht!

Wenn ihr mehr Beispiele kennt von Marken, die innovative Wege gehen um sich nützlich zu machen, dann teilt sie uns mit. Und hoffentlich war dieser Beitrag auch…..na ja ihr wisst schon… „nützlich“

Zur Person: Alessandro Panella ist Head of Strategic Planning bei GREY Worldwide in Düsseldorf

3 comments
Alessandro
Alessandro

Hallo Tim,

es freut mich, dass die Beispiele dir gefallen. Wenn du weitere hast, dann freue ich mich auf sie. Kennst du die Nebank? Das ist eine südafrinasiche Bank, die sich auch nützlich gemacht hat in dem sie einen Poster kreiirt hat, der mit Solarenergie beleuchtet wird und die Solarenergie wird auch benutzt, um einen kleinen Dorf mit Strom zu versorgen. Dazu gibt es auch einen Film auf youtube.

Viel Spaß und hoffentlich bis zum nächsten Beitrag.

Alessandro

Tim Krischak
Tim Krischak

Sehr schöne Beispiele Johannes.
Die Menschen brauchen keine Bohrmaschinen, sie brauchen löcher in den Wänden.

jlenz
jlenz

Danke Tim für Deinen Kommentar.

Was das Kompliment angeht, das gebührt Alessandro, der der Autor ist. Abe rich bin mit Dir einer Meinung. Nur: Die Löcher bekommt man halt nur mit ner Bohrmaschine oder?

Viele Grüße

Johannes

Trackbacks

  1. [...] addthis_options = "tweet,facebook"In einem meiner letzen Posts hatte ich darüber berichtet, dass Marken sich nützlich machen sollten und dass es viele Wege [...]

  2. [...] Contagious Magazine in seiner letzten Ausgabe beschreibt diesen Trend mit “brands as benefactor” und Trendwatching redet sogar von “brand butlers”. Was immer der Name ist, im Kern geht es darum, dass sich Marken bei diesen Projekten nicht mehr in dem Vordergrund stellen und Anerkennung verdienen wegen eines Produktnutzens, sondern dafür, dass sie ihr Wissen mit anderen teilen. [...]

  3. [...] zu den spezifischen Problemen der Marke/Kunden entwickeln können. In einem vorherigen Beitrag: “Marken müssen sich nützlich machen, sonst sind sie nutzlos” habe ich dafür plädiert, dass Marken heutzutage mehr denn je sich nützlich machen sollten, wenn [...]

  4. [...] habe schon mal über die Andes-Kampagne berichtet, die von der Agentur Del Campo entwickelt worden ist. Del Campo ist wieder tätig [...]

  5. [...] for me, the core of a great insight: the ability to shed light on a human truth regarding the role of a product/brand in people’s lives (link to german [...]

  6. [...] == "undefined"){ addthis_share = [];}In a previous post I wrote about the danger of brands becoming useless if they don’t make themselves useful (the post is in German).  I recently came across a study from Havas Media which arrived at a [...]

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