re:publica 2012 in der STATION Berlin – “Wo sich Nerds auf die Schenkel klopfen”

by Johannes on 4. Mai 2012

Die re:publica 2012 in der STATION Berlin ist fast vorbei. Zeit für uns, Euch ein paar Eindrücke zu vermitteln. Unter anderem mit von der Partie sind die Jungs von allfacebook.de, Philipp Roth und Jens Wiese, die ich interviewt habe sowie ein paar persönliche Gedanken zu verschiedenen Sessions auf der diesjährigen re:publica.


re:publica 2012 – “Interview mit Philipp Roth und Jens Wiese von allfacebook.de”

Das ist etwas. Erst ist man in Hamburg beim SMCHH und beim FBcamp und dann jetzt bei der der größten deutschsprachigen Konferenz rund um Social Media. “Nerds, das ist doch nur was für Nerds”, so heißt es immer.

Wikipedia sagt zum Nerd und seiner Definition: “Nerd [nɜːd] (engl. für Langweiler, Sonderling, Streber, Außenseiter, Fachidiot) ist ein gesellschaftliches Stereotyp, das besonders für in Computer oder andere Bereiche aus Wissenschaft und Technik vertiefte Menschen steht.” Ok, das mit dem “in Computer vertiefte Menschen” lassen wir mal gelten – ich muss auch so langsam schauen, dass ich keine Rückenschmerzen bekomme ;)

Philipp und Jens haben “kein Rücken”, wie man heutzutage sagt, wenn man anderen mitteilen möchte, dass man unter Rückenschmerzen leidet. Sie schauen, was es Neues auf Facebook gibt, beantowten Fragen und versuchen in ihrer Branche diejenigen zu sein, die die Schnellsten und die Infomativsten sind. Nicht zu vergessen, das eine Story nicht nur schnell sein muss, sondern auch nachhaltig. Das ist bei den beiden meistens der Fall und führte dazu, dass sie recht erfolgreich sind.

Aber schaut Euch einfach unser Interview an, dann wisst, ihr was ich meine. Die beiden sind sehr entspannt!

re:publica 2012 – Silberne Sellerie erstmals vergeben 

Gestern Abend wurde die silberne Sellerie erstmals verliehen. Ein Preis, der im Rahmen des Webvideopreises nächstes Jahr vergeben wird und das schlechteste Webvideo des Jahres prämiert. Gut, eigentlich geht es dabei weniger um den Ernst oder gar die Verunglimpfung der Macher als vielmehr um viel Spaß und natürlich den Hinweis, einfach innovativere und realitätsnähere Webvideos zu produzieren. Unter den Augen vieler Zuschauer über den Livestream auf Spiegel Online wurde erstmaliger Sieger ein bekannter Automobilhersteller aus Süddeutschland.

Man darf gespannt, sein, ob und welche Reaktion seitens des Unternehmens erfolgt. Aber noch vor der Abstimmung durch das Publikum per lautstarkes Buhen hatten die Organisatoren als Warm-Up verschiedene Videos eingespielt, bei welchen die zahlreichen Zuschauer lachten, viel Spaß hatten, schunkelten. Man könnte versucht sein, zu sagen, es handelte sich um eine ausgelassene Volksfest-Atmosphäre auf nerdigem Terrain :)

Bloggen und der Einfluss auf das öffentliche Leben

Etwas anderes war dann doch das gestrige Gespräch von Phillipp Banse mit verschiedenen Bloggern, das deren Projekte nochmals vorstellte und zeigte, welche Power Bloggen für das öffentliche Leben haben kann. Denken wir beispielsweise an Matthias Bauer (“Sie haben nicht nur kommuniziert, sondern auch gehandelt”), der mit geringem Aufwand einen Mobilfunkanbieter dazu brachte, sein Netz zum Teil auszubauen und so eine Verbesserung für die Kunden herbeizuführen.

Oder betrachten wir das Projekt wheelmap.org der Sozialhelden und vor allem Raul Krauthausen (“Auch Nicht-Behinderte haben ein Recht darauf, mit Behinderten zusammenzuleben”), dass Rollstuhlfahrern es ermöglichen soll, durch Einträge in einer Datenbank eigene Erfahrungen bei möglichen Hürden an Eingängen zu Geschäften usw. festzuhalten, wovon wiederum andere profitieren, die sich nach dem Ort/Location erkundigen wollen.

Bloggen rund ums Essen

Nicht weniger aufschlussreich war die Food Blogger Session, auf der verschiedene Liebhaber des guten Geschmacks sich über ihre Erfahrungen als Blogger mit Fokus auf das Thema Food unterhielten. Übrigens: Das Thema ist auch für uns immer wieder von Interesse aufgrund unserer Food Trends. Bei der Podiumsdiskussion ging es auch um`s Geldverdienen und wieder einmal wurde deutlich, dass nur in den seltensten Fällen Blogger in Deutschland von ihrer Leidenschaft auch halbwegs leben können. Eine Podiumsteilnehmerin wies denn auch daraufhin, daß sie demgegenüber von ihren Kollegen in den USA immer wieder darauf angesprochen werde, wie viel sie durchs Bloggen verdiene.

Aber vielleicht verändert sich diese Zustand in Deutschland für diesen bereich der Blogosphäre bald, denn es wurde eine Vermutung geäußert, die durchaus eintreffen könnte: Durch den stärker werdenden Online-Handel von Lebensmitteln könnten diese Anbieter eben auch mit Engagements und Werbung in Blogs zielgerecht auf ihr Angebot aufmerksam machen. Man wird sehen, ob es sich bewahrheitet.

Gespräche über Gespräche

Ich könnte an dieser Stelle noch von vielmehr Eindrücken berichten… etwa von den unzähligen Gesprächen mit vielen offenen, neugierigen und wissbegierigen Menschen. Networking nennt man das inzwischen. Ich würde es anders nennen, nämlich miteinander ins Gespräch kommen und ja, es muss sich nicht mal um das Social Web drehen ;)

Für viele gehört die re:publica inzwischen zum Pflichtprogramm, was Events rund um Social media angeht. Ja, sie wird erwachsen und findet immer mehr Zuspruch und schaut man sich ihre Sponsoren und Medienpartner an, dann stellt man fest, dass sie gerade dieses Jahr eine Öffnung erfahren hat vor allem durch den Livestream auf Spiegel Online, der ihr in meinen Augen gut zu Gesicht steht.

Sie wird wachsen, nächstes Jahr werden bestimmt noch mehr Teilnehmer da sein, als die heuer erwarteten ~4.000. Und doch hat Sascha Lobo in seinem Überraschungsvortrag am Mittwochabend meiner Meinung nach völlig zu Recht daraufhin gewiesen, dass es noch über 30 Millionen Menschen in Deutschland gibt, die eben nicht regelmäßig im Internet sind. Social Media ist kein Selbstzweck, sondern produktiv. Dies herauszuarbeiten und dies festzuhalten, schafft die re:publica dank ihrer Teilnehmer ganz ganz locker.

In diesem Sinne ein großes Danke an die Macher! Ich freue mich schon auf die re:publica 2013 ;)

 

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  1. [...] Bleibt die Frage: was esse ich heute Abend, dem letzten Abend in Berlin? Auch so eine Sache, auf der re:publica, FoodTrends – mehr dazu drüben im Blog von Grey. [...]

  2. [...] Handling der App ist denkbar einfach und eine Integration in Richtung Facebook und  Twitter ist ja mittlerweile Standard, genauso wie die Existenz einer eigenen schnell [...]

  3. [...] Come on, let`s talk about re:publica 2012 and your impressions. I was really surprised when I was there because I met a lot of people I know [...]

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